Barfußlaufen und der gesundheitliche Aspekt

Barfußlaufen ist gesund

Mit der Weiterentwicklung des Fußes vor rund 38 Millionen Jahren begann die Evolution: Der Mensch begann, sich aufzurichten.

Im Gegensatz zu den Affen entwickelte sich beim Menschen der Fuß zu dem, was er heute ist. Früher gab es auch keine Schuhe, so dass das Barfußlaufen alternativlos war. Der große Zeh liegt angelegt an den Nebenzehen, charakteristisch ist das stärke Fersenbein und die beiden Gewölbe. Betrachtet man den Fuß genauer, dann wird er zu einem Wunderwerk der Natur: So stecken in einem Fuß 26 Knochen, 100 Muskeln, Sehnen und Bänder und 33 Gelenke.

Durch die Weiterentwicklung der Füße bekam der Mensch seinen aufrechten Gang.
Die Füße dienten dem Menschen von Anbeginn als Fortbewegungsmittel. Die Füße des Menschen sind geradezu zum barfuß Laufen geschaffen. Anatomisch gesehen ist der Fuß so gestaltet, dass man auf unterschiedlich beschaffen Böden barfuß laufen kann.

Doch warum ist das Barfußlaufen in Vergessenheit geraten?

Irgendwann wurden Schuhe zum Schutz vor Kälte entwickelt. Der Großteil der Bevölkerung gewöhnte sich mit einer Selbstverständlichkeit an das Tragen von Schuhen, sodass das Barfußlaufen in Vergessenheit geraten ist.

Doch gerade die westliche Welt hat sich an die Bequemlichkeit des Schuhwerks gewöhnt. Schuhe gehören zur gesellschaftlichen Norm und sind auch ein Zeichen für Wohlstand geworden.

Naturvölker und Barfußlaufen

Doch ist das Tragen von Schuhen wirklich so notwendig? Naturvölker machen es uns vor und beweisen das Gegenteil. So laufen beispielsweise die Menschen in Teilen Südafrikas, Haiti und auch im Norden Mexikos barfuß.

Dass man barfuß erstaunliche Leistungen vollbringen kann, beweisen uns die Langstreckenläufer des Volksstamms der Tarahumara aus Mexiko. Die Tarahumaras sind für ihre barfußlaufenden Jagden bekannt: Sie jagen zu Fuß und legen barfußlaufend bis zu 170 km am Stück zurück!

Selbst im modernen Sportwettkampf überzeugten Barfußläufer wie Zola Budd Pieterse und auch Abebe Bikiala und versetzten die westliche Welt ins Stauen: Zola Budd Pieterse schaffte barfüßig mit nur 17 Jahren den Weltrekord im 5000-Meter-Lauf. Abebe Bikila stammt aus Äthiopen und wurde als erster Olympiasieger berühmt, der aus einem schwarzafrikanischen Staat stammte. Auch er lief barfuß.

Barfußlaufen und der gesundheitliche Aspekt

Barfuß laufen bringt viele gesundheitliche Vorteile mit sich. Wer regelmäßig barfuß läuft, kann seine körperliche Fitness und sein Wohlbefinden steigern:

  • Barfußlaufen kräftigt die Muskulatur, Bänder, Sehnen und stärkt die Venen. Venenleiden und Krampfadern können durch richtiges Barfußlaufen auf geeigneten Untergründen vorgebeugt werden. So wird durch die richtige Abrollbewegung die Wadenmuskulatur gestärkt und pumpt Blut Richtung Herz. Eine gute Durchblutung stärkt das Herz-Kreislaufsystem.
  • Barfußlaufen nach Kneipp stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungen vor. Kältereize bringen das Immunsystem in Schwung.
    Tautreten: Einfach täglich 5 – 15 Minuten auf einer taunassen Wiese barfuß laufen und nach dem Tautreten warme Socken anziehen.
    Schneegehen nach Kneipp: Einige Sekunden barfuß durch den kalten frischen Schnee stapfen und schon wird der Stoffwechsel angekurbelt, der Kreislauf angeregt. Nach dem Gehen durch den kalten Schnee sollte man die Füße mit einem Handtuch trocken rubbeln und warme Socken drüberziehen. Man bekommt schön warme Füße.
  • Barfußlaufen dient als Fußreflexzonengymnastik. Beim Barfußlaufen auf unterschiedlichen Böden werden ganz von selbst die verschiedenen Fußreflexzonen stimuliert.
  • Barfußlaufen beugt Fußschäden vor. So können Fußschäden wie der Hallux Valgus und auch ein Senkfuß vermieden werden. Oft ist falsches Schuhwerk schuld an Fehlstellungender Füße. Viele Fußschäden könnten vermieden werden, wenn man das Tragen von zu engen, zu kleinen und auch hochhackigen Schuhen vermeiden würde.
    Wer auf gesundes Schuhwerk achtet und zudem so oft es geht barfuß läuft, kann Fußschäden vermeiden und bekommt einen gesunden und schönen Fuß.
  • Barfußlaufen verhindert Schweißfüße und auch Fußpilze. Ursache für den Schweißfuß und auch für Fußpilz sind Schuhe, in denen der Fuß nicht richtig atmen kann.
  • Barfußlaufen schont die Bandscheiben und verhindert Rückenbeschwerden. Barfußlaufen ist die natürlichste und gesündeste Form der Fortbewegung. Es belastet weder unsere Bandscheiben noch unseren Rücken.
  • Barfußlaufen fördert die Sinneswahrnehmung.

Barfuß und Sport

Es gibt durchaus viele Möglichkeiten sich sportlich und barfuß zu betätigen

  • Barfuß-Wandern Barfuß zu Wandern bringt einen zurück zur Natur. Auf ganz natürliche Art laufen wir barfuß über Waldböden und Wiesen. Wer barfuß wandert, kann die Natur mit allen Sinnen erfahren. Spürt den Unterschied des erdigen Waldbodens und der Frische einer taunassen Wiese.Besonders geeignet zum Barfuß-Wandern sind naturbelassene Wege und Wiesen. Vermeiden sollte man Asphalt (dieser wird besonders im Sommer sehr heiß) und steinige Böden. Wer zum ersten Mal barfuß wandern möchte, sollte nicht länger als 3 Stunden wandern und viel Zeit für Pausen einplanen. Man sollte bewusst wandern und acht auf den Boden geben. Vorsicht vor Wurzeln oder Dornen. Für den Notfall kann man durchaus Trekkingsandalen im Gepäck haben.
  • Barfuß-Joggen
    Barfuß-Joggen ist gesund.
    Amerikanische Wissenschaftler der University of Virginia bestätigten in einem Test, dass es schonender für die Gelenke und auch den Körper ist, wenn man barfuß joggt. Man kann also selbst beim Joggen auf teure Laufschuhe verzichten und barfuß laufen.Wer zukünftig barfuß joggen möchte, sollte dennoch ein paar Regeln beherzigen:
    Für den Anfang immer langsam starten, denn der schuhgewöhnte Fuß muss sich erst an das Barfußlaufen gewöhnen. Ein paar Minuten Joggen sollte für den Anfang ausreichen. So kann sich der Fuß langsam an das Barfußlaufen gewöhnen.
    Wichtig: Frischen Sie Ihren Tetanusimpfschutz auf, denn es ist durchaus möglich, dass man sich durch das Barfuß-Laufen kleinste Verletzungen hinzuzieht. Tetanuserreger können bereits in kleinste Wunden eindringen.Keine Angst vor Schmerzen.
    Schon nach wenigen Barfußläufen bildet sich auf der Fußsohle eine Hornhaut. Diese Hornhaut schützt den Fuß und ermöglicht ein angenehmes Barfußlaufen ohne Schmerzen, selbst auf härteren Böden.
  • Barfuß-Klettern
    Vorteile des Barfußkletterns: Kletterschuhe sind meist unbequem, drücken und sind Ursache für Fußschäden. Beim Barfuß-Klettern gewöhnt sich der Fuß jedoch recht bald an das spitze Gestein.Beim Barfuß-Klettern fühlen die Füße nach dem richtigen Tritt und so verlässt man sich nicht nur auf seine starken Arme. Barfuß-Klettern ist eine Gewöhnungssache, aber durchaus möglich und im Endeffekt gesünder, als das Klettern in Kletterschuhen.
  • Barfuß und Kampfsport
    Im traditionellen Kampfsport ist es üblich, barfuß zu kämpfen. Die aus Japan stammenden Kampfsportarten wurden barfuß und waffenlos ausgeübt. Bekannt sind Judo, Jiu-Jitsu und auch Karate. Fußtritte und auch Stöße sind Grundlagen vieler Kampfsportarten. Diese gelingen am besten barfuß. Auch Schrittdrehungen funktionieren am besten und sichersten barfuß über den Fußballen.Schuhe sind im Kampfsport fehl am Platz und würden nur behindern. Fußtritte oder auch Fußstöße können ohne Verletzungen nur so ausgeführt werden, dass man die Zehen anzieht und die Muskulatur anspannt. Bei Seitwärtsstößen oder Tritten muss der Fuß so angespannt werden, dass der Gegner mit der äußeren Fußkante getroffen wird. Das alles wäre mit Schuhen an den Füßen nicht möglich.

Empfehlungen zum Barfußlaufen

Barfuß von Anfang an

Lassen Sie Ihre Kinder so oft es geht barfuß laufen. Barfuß laufen beugt den Verformungen der Füße vor und fördert eine gute Körperhaltung. Babys und Kinder haben Füße, die Plattfüßen sehr ähnlich sind. Dieses Aussehen liegt am Fettpolster, welches die noch flache Fußwölbung verdeckt. Erst durch das Laufen lernen entwickeln sich die Füße und bekommen ihre richtige Form. Barfuß laufen fördert die gesunde Entwicklung der Füße. Die Muskeln werden trainiert und die Beweglichkeit und Kraft der Füße wird gefördert.

Abgesehen vom medizinischen Standpunkt aus, fördert das Barfußlaufen die Sinne des Kindes. Kinder können so ihre Umwelt besser wahrnehmen und die Beschaffenheit der verschiedenen Böden mit den Fußsohlen erfühlen: sanfte Wiesen und sandige Wege, den flauschigen Teppichboden oder auch das kühle glatte Holz eines Dielenfußbodens.

Barfußlaufen als neuer Trend

Barfußlaufen setzt sich als neuer Trend immer mehr durch.
So kann man vielerorts auf Barfußpfaden und Barfußparks ungestört in der Natur barfuß wandern. Haben Sie Lust auf Barfußlaufen in der Natur bekommen?

Als grundsätzliche Empfehlung für alle interessierten Barfußläufer gilt:

Bitte unbedingt den Tetanusimpfschutz auffrischen!

Für Anfänger oder auch für diejenigen die Bedenken wegen der Hygiene oder Verletzungsgefahr haben, gibt es Barfußschuhe und Zehensocken. Diese sind im Internet und auch im Fachhandel erhältlich.

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